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Die Entstehungsgeschichte des
Vereins
Unter den vielen Heppenheimer
Vereinen fällt der Gebirgs-Trachten-Verein "Alpenrose" durch seine
etwas eigenartige Tracht, bei den Burschen Lederhosen und Wadenstrümpfe,
Gamsbärte, Adler- und Hahnenfedern auf den Hüten und bei den Dirndln reich
verzierte Mieder und blaubeschürzte weite Röcke wohl ganz besonders auf. Es
ist die Chiemgauer Tracht, die von den Aktiven des Vereins bei ihren
Veranstaltungen und Auftritten zu den Schuhplattlern und Tänzen getragen wird.
Vom Mittelalter bis zum 17. und
18. Jahrhundert konnte sich in Bayern nicht jeder kleiden, wie er wollte. Er musste "standesgemäß" daherkommen, das heißt, auch äußerlich dem
Bürgerstand, dem Bauernstand oder anderen zuzuordnen sein. Es gab strenge
Kleidervorschriften, die durch eine Reihe von Verordnungen für das gesamte
Herzogtum Bayern geregelt waren. Dann kam eine Zeit, die in wenigen, Jahren das
umstieß, was in Jahrhunderten gewachsen war. Das 19. Jahrhundert hat einen
Niedergang in der gesamten bäuerlichen Lebenskultur gebracht. Haus und
Möbelbau, Liedgut und Tracht wurden Opfer eines neuen Modegeistes König Max
II. und sein Sohn Ludwig II. waren es, die in dieser Zeit den Anstoß gegeben
haben, die Volkstrachten zu erhalten.
Der erste wissenschaftlich
haltbare Beleg für den "Schuhplattler" findet sich im Jahre 1828.
Ursprünglich plattelten die Burschen allein, um die Dirndl zu beeindrucken.
Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert entsteht die heutige Form der Tänze.
Der Dorfschulmeister Joseph Vogl
(1849 - 1886) gründete am 25. August 1883 in Bayrischzell zusammen mit einigen
kernigen Oberlandlern den ersten bayerischen Trachtenverein mit dem Ziel,
"dem Zeitgeist Schranken zu setzen und gleichzeitig Tracht, Sitte und
Brauchtum der Vorfahren zu pflegen und der Nachwelt zu erhalten, oder
wiederzubeleben". Gleichlaufend erfolgte eine Aktion von oben, in dem
König Ludwig II. im Jahre 1886 an alle Bezirksämter die Aufforderung erließ,
in den Gebirgsgemeinden die Gründung von Gebirgstracht- Erhaltungsvereinen
anzustreben, "damit die schöne Gebirgstracht und die alten Tänze -
besonders die Schuhplattlertänze - erhalten bleiben und in diesen Vereinen
Kameradschaft, Heimat- und Vaterlandsliebe gepflegt werden.
"Nach der Idee von Joseph
Vogl folgten weitere Vereinsgründungen und bald wurden in ganz Oberbayern
Trachtenvereine gegründet. Am 1. Juni 1890 kam es in Rosenheim zur Gründung des
ersten Gauverbandes, heute "Gauverband I" mit Sitz in Traunstein.
Schnell verbreitete sich die Idee der Trachtenvereine Ende des 19. Jahrhunderts.
Dabei blieb die organisierte Trachtenbewegung keineswegs auf die Berggebiete
beschränkt, sondern griff landesweit um sich. Nachdem im Laufe der Zeiten schon
immer Bayern an die Bergstraße kamen, versuchte bereits im Jahre 1898 der aus
Seibelsdorf, Kreis Alsfeld, gebürtige Barbier und Gastwirt Thomas Kirchner in
Heppenheim, einen Bayern-Verein zu gründen. Er war von 1897 bis 1899
Eigentümer des Gasthauses "Zur Harmonie" (erbaut 1872 von dem
Gastwirt Martin Martinus), heute Anwesen Wilhelmstraße 10. Zu der
beabsichtigten Vereinsgründung hatte er am 13. März 1889 durch eine Anzeige im
"Verordnungs- und Anzeigeblatt für den Kreis Heppenheim aufgerufen:
Da man aber in der Folgezeit
nichts mehr von dieser Angelegenheit hörte, ist aus einer Vereinsgründung wohl
noch nichts geworden. Die Gründung des Heppenheimer Gebirgs-Trachtenvereins
"Alpenrose" erfolgte erst drei Jahrzehnte später.
Doch zunächst wurde am 24. Juni
1913 erst einmal der Zither- und Instrumental-Verein "Alpenrose"
gegründet. Unter der Leitung des Musikfreundes Hofer wurde ein Zupforchester
zusammengestellt, das zum ersten Male an Weihnachten 1913 an die Öffentlichkeit
trat. Nach kaum einjährigem Bestehen brach der Erste Weltkrieg (1914-18) aus
und die Arbeit musste eingestellt werden. Nach dem Kriege entstand aus diesem
Verein der l. Heppenheimer Mandolinenklub mit Zitherabteilung.
Für die Zeit seit
Vereinsgründung bis nach dem Kriege wurden ausschließlich die Zeitungsberichte
und Anzeigen aus den Tageszeitungen verwendet, und zwar: von 1929 ab aus dem
"Verordnungs- und Anzeigeblatt für die Stadt und den Kreis
Heppenheim" und ab 1933 aus "Der Volksgenosse, Amtsverkündigungsblatt
sämtlicher Behörden des Kreises Heppenheim".
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